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Karangahake: Auf alten Spuren

  • Autorenbild: Sebastian
    Sebastian
  • 1. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Nachdem wir erfolgreich bis Mitternacht durchgehalten und mit Bundaberg das Jahr 2026 angestoßen hatten, folgte eine erholsame Nacht. Das Böllerverbot in Neuseeland war dabei eine wahre Wohltat.

Wir hatten eine fantastische Zeit in Rotorua, besonders bei den Geysiren und dem Treewalk. Dennoch freuen wir uns jetzt darauf, den allgegenwärtigen Schwefelgeruch hinter uns zu lassen 😅.

Auf dem Weg weiter Richtung Norden folgten wir dem State Highway 5, 28 und 29, vorbei an den McLaren's Falls zu den Omanawa Falls.

Dabei sind wir auch durch Betlehem gefahren.

Ursprünglich war dies eine bedeutende Māori-Siedlung. Der biblische Name wurde im 19. Jahrhundert von christlichen Missionaren vergeben. Auch heute ist der Ort noch für das große christliche Bethlehem College bekannt.



Die spektakulären Omanawa Falls stürzen 35 Meter tief in eine gewaltige, fast kreisrunde Schlucht, die wie ein verborgenes Amphitheater im dichten Regenwald liegt. Am Fuße des Wasserfalls sammelt sich das Wasser in einem riesigen, smaragdgrünen Becken, das jedoch aufgrund seiner trügerischen Tiefe und kulturellen Bedeutung für die Maori striktes Badeverbot hat. Seit der Wiedereröffnung Ende 2023 führen mehrere Aussichtsplattformen über gut 600 Stufen sicher an die Klippen heran, bieten aber keinen Zugang mehr hinunter zum Wasser. Historisch ist der Ort ebenso bedeutend, da hier 1915 das erste unterirdische Wasserkraftwerk der Südhalbkugel errichtet wurde.


Während man zwei der Plattformen fast spielerisch erreicht, verlangt die letzte den Aufstieg über 750 Stufen. Ich habe diese Herausforderung allein angenommen und war durch die Anstrengung und die Luftfeuchtigkeit am Ende ziemlich außer Atem 😅.



Im Anschluss ging es über die Omanawa Road und den State Highway 29 und 2 mit Zwischenstopp bei den Owharoa Falls zum Karangahake Gorge.


Während man sich die Owharoa Falls nicht unbedingt anschauen muss, ist das Karangahake George ein wirkliches Highlight.

Das Karangahake Gorge ist eine spektakuläre Schlucht zwischen der Coromandel-Halbinsel und den Kaimai Ranges, durch die sich der wilde Ohinemuri River tief in den Fels gegraben hat.

Der Wanderweg, auf dem man sich heute bewegt, war einst eine der wichtigsten Bahnstrecken der Nordinsel. Um 1900 gebaut, diente diese Route als lebenswichtige Versorgungslinie für den Goldrausch im benachbarten Waihi. Schwere Maschinen, Kohle und Vorräte wurden über diese Trasse transportiert, während Gold und Gestein den Weg hinaus fanden. Es war ein technischer Kraftakt, die Schienen damals in die vertikalen Felswände zu sprengen.

Jahrzehntelang donnern Dampf- und Dieselloks durch die Schlucht, doch die Strecke war steil, kurvenreich und langsam. Das Ende kam 1978 mit der Eröffnung des Kaimai-Tunnels. Dieser neue, fast 9 Kilometer lange Tunnel an anderer Stelle machte die mühsame Fahrt durch die Schlucht über Nacht überflüssig. Die Strecke wurde stillgelegt und die Natur begann, sich das Gebiet zurückzuholen.

Zum Glück wurde die Trasse nicht vergessen, sondern zum heutigen Rail Tunnel Loop umgebaut. Das Highlight ist der Spaziergang durch den 1.100 Meter langen ehemaligen Eisenbahntunnel. Auch wenn die Züge längst weg sind, ist die Geschichte noch greifbar: Wenn man genau hinsieht, entdeckt man im Boden noch alte Schwellen, verrostete Gleisreste am Wegesrand und Ruinen der alten Maschinen, die im Dickicht versteckt liegen. Es ist eine Wanderung, bei der es an jeder Ecke etwas Altes zu erkunden gibt.


Bevor es dann morgen weiter Richtung Borden geht, machen wir nun erstmal noch einen Stop auf unserem Campingplatz in Paeroa.




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