Vom Gletscher zum Glühwürmchen
- Sebastian

- 21. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Der Tag startete heute genauso schön wie der gestrige. Also fix den Tisch draussen aufgebaut und ca. 8:45 Uhr bei blauem Himmel gefrühstückt. Meistens ist es dann draußen in der Früh schon wärmer als im Camper. Gegen 9:45 Uhr brachen wir Richtung Norden auf.
Es ist immer wieder schön zu sehen, wie individuell die Campgrounds sind. Von einfachen Hütten, aufwendig gestalteten Häusern, bis nur Natur ist alles vertreten. Der hiesige war ein Mix aus "Flugzeughangar" und Lodge.
Heute ist der Ort Fox Glacier neben dem gleichnamigen Gletscher das Ziel. Was sich schon gestern angedeutet hat, heute im Laufe des Tages auch wieder spürbar war und von einem anderen Camper bestätigt wurde, ist, dass bedeutend mehr Urlauber vom Norden in den Süden unterwegs sind, als umgekehrt. Während uns öfters Camper entgegenkommen, ist man auf unserer Seite der Straße meistens allein unterwegs. Wahrscheinlich buchen die meisten von Auckland, einfach weil es der bedeutendste Flughafen Neuseelands ist und fahren dann bis Christchurch im Süden. Mal sehen wie es sich im Rest der Reise entwickelt.
Heute wurde ich übrigens zum ersten Mal überholt und musste meinerseits zum ersten Mal ein Auto überholen.
Die unzähligen kleinen Flüsse, die durch die Südinsel fließen und in der Mitte der Insel hauptsächlich aus den Schneefeldern der Berge und Gletschern gespeist werden, sind überwiegend durch einspurige Brücken verbunden. Dies liegt einerseits an der geringen Bevölkerungszahl – auf der Südinsel leben mit 1,26 Millionen Menschen nur 24 % der Neuseeländer – und andererseits an häufig auftretenden Naturgewalten wie Erdbeben. Eine einspurige Brücke ist deutlich günstiger im Bau und im Unterhalt.
Unser erster kurzer Zwischenstopp war am Ship Creek. Von da aus kann man auf zwei verschiedenen Wegen entweder Sümpfe erkunden oder den nahe am Strand befindlichen Urwald erlaufen. Ausgangsbasis ist ein kleiner Aussichtsturm.
Die Straße schlängelt sich am Steilufer weiter Richtung Knights Point Lookout und Maori Beach, wo es ein sehr leckeres Brombeereis gab.
Nach weiteren 30 Minuten Fahrt sind wir in Fox Glacier angekommen. Da das Wetter heute gut ist und morgen ggf. weniger schön sein soll, starteten wir einen Spaziergang am Fox Glacier South Side walk. Die Gebirge sind hier weniger erschlossen als man es aus den Alpen kennt. Nicht überall gibt es Berghütten oder gar Lifte. So gibt es einige ausgewählte Tracks bzw. Besichtigungspunkte.
Der Mix aus Dschungel, hohen Bergen mit Gletschern und auf der anderen Seite warmen Quellen, ist wirklich sehenswert.
Was uns auffällt ist, das es bisher im Urwald deutlich leiser zugeht als in Australien. Während es in Australien quasi immer und überall am piepen und zwitschern war, sind hier maximal ein, zwei Vögel zu hören. Evtl. wird das auf der Nordinsel ja noch anders.
Bevor wir in unseren Campground gefahren sind, gab es noch einen kurzen Ausflug zum Lake Matheson. Der See, der die kleine Halbinsel Reflection Island umschließt, wirbt mit einem tollen Blick zum Fox Glacier und dessen Reflektion auf der Wasseroberfläche. Aufgrund des aufkommenden Windes und der Wolken, konnten wir davon aber leider nichts sehen. Geblieben ist ein kurzweiliger Spaziergang um den See.
Anschließend ging es nun zur Fox Glacier Lodge, wo ich draußen sitzend eben diese Zeilen schreibe und mich den Angriffen der Sandfliegen und den gierigen Blicken dieses Vogels erwehre.
Zum Abendbrot ging es zu Betsy Jane, einem kleinen Restaurant direkt um die Ecke. Obwohl die Inhaber uns um 16:00 sagten, dass wir nicht bestellen müssen, haben wir um 18:30 gerade so den letzten Platz bekommen. Ich hatte mir dieses Restaurant schon in Deutschland rausgesucht und das Essen war wirklich sehr gut.
(von links nach rechts:
-Greenshell Mussels (12) in a coconut, ginger & light chilli & lime broth served with garlic bread
-Slow Cooked Lamb Shoulder Ragout on creamy horseradish mash with seasonal vegetables & topped with parmesan
-Alpine Venison Fillet cooked medium rare on mushroom risotto with black truffle oil, vegetables & a blackberry sauce)
Um 21:45 Uhr sollte der Tag noch einen wunderschönen Abschluss finden. So hat uns die Frau von der Rezeption des Campgrounds zu einer Glühwürmchenwanderung eingeladen.
Was dabei gelernt haben ist, das die Art Glühwürmchen, die hier heimischen sind, nichts mit europäischen Glühwürmchen zu tun haben.
So fliegen diese Art Glühwürmchen, die es nur in Australien und Neuseeland gibt, nicht herum. Sie sitzen ihr ganzen Leben an dem Ort, an dem sie geboren wurden. Sie sind im Gegensatz zu europäischen Glühwürmchen auch Fleischfresser. Das Licht zieht in der Nacht andere Insekten an welche dann gefressen werden. Männliche Glühwürmchen leuchten blau und grün, weibliche hingegen weiß. Sie werden 6-9 Monate alt und legen ihre Eier nur ein paar Tage bevor sie sterben. In dieser Zeit leuchten sie am hellsten.
Wirklich beeindruckend wie so der ganze Urwald nachts leuchtet, wenn man weiß wo man hinschauen muss. Leider bringen die Fotos dieses Spektakel nur geringfügig rüber. Wer das richtig erleben will, muss wohl vorbeikommen 🙂.


















































































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