Mehr als nur ein Wallpaper: Ein Tag voller Fotomotive am nördlichsten Punkt der Südinsel
- Sebastian

- 26. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die Nacht auf unserem Campingplatz war ein einziger Regenguss. Die 200 mm/m² von den ich schonmal geschrieben hatte, waren heute sicherlich realistisch. Die Gedanken waren in der Nacht aber weniger beim eigenen Schlaf, als bei unserer Nachbarn, welche diese Nacht in einem Zelt verbringen. Es hatten sich richtige kleine Seen gebildet, welche die Zelte umzingelten.
Wieder sahen wir einen Tag an uns vorbeiziehen und wieder sollten wir eines besseren belehrt werden.
Während der Regen beim Frühstück unaufhörlich gegen das Dach des Campers trommelte, überlegten wir, sofort den Rückzug über die Serpentinen vom Gestern des Tākaka Hill anzutreten. Laut Wetter-App sollte uns auf der anderen Seite des Passes Sonnenschein erwarten.
Als zum Ende des Frühstücks der Regen nachlies entschieden wir uns dann doch noch weiter bis an die Spitze der Südinsel zu fahren. Ganz so kampflos wollten wir uns nicht geschlagen geben - wann kommt man schon mal wieder hierher 😅.
Und so führte uns die Straße mit dem wohlklingenden Namen Collingwood-Puponga-Main-Road auf letztendlich Cravel/Schotter bis zum Wharariki Beach Parkplatz. Während der Fahrt merkte man schon, das der Regen quasi aufgehört hatte und die Regenjacken nur noch pro forma auf die kurze Wanderung eingepackt wurden.
Die Wanderung führte uns zu einem Strand, an dem wir endlich das sahen, was ich gestern schon angeteasert hatte. Etwas, das höchstwahrscheinlich jeder von euch schon hunderte Male gesehen hat – für viele war es über Jahre sogar der tägliche Anblick beim Hochfahren des Windows 10 Rechners.
Windows 10? Ganz genau. Die Rede ist von den ikonischen Archway Rocks am Wharariki Beach.
So erkennt ihr höchstwahrscheinlich diese Bild wieder.

Bei der Recherche konnte ich erst gar nicht glauben, das es sich um einen der bekannten Hintergründe von Windows 10 handelt. Ich dachte es handelte sich um eine älter Windows-Version.
Da wir quasi völlig alleine am Strand waren, das Wetter hatte wohl die meisten erstmal abgeschreckt, musste die Szene natürlich nachgestellt werden. Dafür daß wir keinen Empfang hatten und die Szene nur aus der Erinnerung nachstellen konnten, hat es denke ich ganz gut geklappt 😀.

Jetzt ein interessanter Fun-Fact. Unser Foto ist realistischer als das Original 😂. So existiert die Joggerin in der Version von Windows gar nicht, sondern wurde nachträglich in das Bild eingefügt.
Bevor es wieder los ging, wurden noch ein paar weitere Fotos geschossen.
Zurück auf dem mittlerweile vollem Parkplatz, begegneten uns unzählige Leute. Also hatten wir Glück zeitig da zu sein und haben alles richtig gemacht nicht abzubrechen.
Auf dem Rückweg besuchten wir das Cape Farewell, den nördlichsten Punkt der Südinsel, das nur etwa 1,3 km Luftlinie von den Archway Rocks entfernt liegt. Als wäre die Landschaft hier nicht schon beeindruckend genug, wartet das Cape zusätzlich mit einem weiteren imposanten Felsbogen auf.

Am Ende der Schotterstraße gab es noch den Fossil Point zu erkunden. Dieser ist dafür bekannt, Robben aus nächster Nähe ansehen zu können. Leider wussten die Tiere das nicht und wir haben keine angetroffen 😅. Ganz hübsch war der Ausblick trotzdem.
Nach dem wir eigentlich zwei Nächte im Pakawau Beach Camp bleiben wollten, dieses aber absolut überfüllt und nicht wirklich hübsch war, beschlossen wir wieder auf die andere Seite des Tākaka Hill zu fahren.
Da unsere Fähre morgen Mittag Richtung Wellington ablegt, haben wir zusätzlich den Vorteil, eine geringere Anfahrtzeit zu haben.
Also organisierte Heike während der Rückreise über die Serpentinen einen neuen Stellplatz für die kommende Nacht.
Während ich mich auf die kurvige Strecke konzentrierte – wir hatten den Kamm der Bergkette gerade überquert –, erwähnte Heike ein Schild zu einer Höhle, das sie im Augenwinkel erspäht hatte. Es war genau die Höhle (Ngarua Caves), die uns schon auf der Hinfahrt aufgefallen war, an deren Einfahrt wir jedoch vorbeigeschossen waren. Und nun passierte uns das Gleiche schon wieder! Da wir aber noch gut in der Zeit lagen, fuhren wir bis zur nächsten Wendemöglichkeit weiter und kehrten schließlich zur Höhleneinfahrt zurück.
Währenddessen fand Heike heraus, dass die letzte Führung in genau drei Minuten beginnen sollte. Während ich noch einparkte, huschte sie schnell hinein, um uns noch Plätze zu ergattern. Und man glaubt es kaum: Wir waren nicht die Letzten, sondern die Einzigen! So kamen wir kurz vor knapp noch in den Genuss einer Privatführung durch die Höhle.
Dieser Tag hat wirklich noch eine wunderschöne Wendung genommen! Statt Abbruch und Dauerregen im Auto zu sitzen, gab es doch noch so viele tolle Höhepunkte. Jetzt sind wir bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und über 25 Grad auf dem neuen Campingplatz angekommen.

Der morgige Tag beginnt mit der Fährfahrt nach Wellington und damit der zweite Teil unserer Reise.
Während ich das hier schreibe, ist der Rest der Familie im beheizten Pool der Anlage.


































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